Blog: Verdauung in 4 Schritten erklärt

Unsere Verdauung: In vier Schritten einfach erklärt

Mein Neffe (4 Jahre) fragte mich derzeit: „Tante Petra, wo kommt denn das Essen hin?“ Mit Hilfe meiner Organpuppe Mr. Genuss sind wir die einzelnen Bereiche von unserem Körper durch gegangen. Jetzt ist ihm auch klar, was am Ende im Klo landet. 😉

Heute nehme ich dich mit auf eine Reise in unseren Körper. Gemeinsam schauen wir uns den Weg der Nahrung genauer an.

DIE VERDAUUNG

Stell dir vor, du isst ein Stück Brot mit Käse belegt und dazu ein paar Gurkenscheiben.

Was passiert nun in unserem Körper?

Unter Verdauung versteht man grundsätzlich einmal die Zerkleinerung der Nahrung im Magen-Darm-Trakt durch physikalische, chemische und enzymatische Prozesse.

ERSTER SCHRITT: DER MUND

Im Mund wird das Käsebrot und die Gurken durch unsere Zähne zu einem Speisebrei vermahlen und schluckfähig gemacht. Hier beginnt durch das Enzym Amylase die Kohlenhydratverdauung.

Davon wird vermutlich auch das Sprichwort „gut gekaut ist halb verdaut“ kommen.

ZWISCHENSTATION: SPEISERÖHRE

Das zerkleinerte Käsebrot und die Gurken werden nun häppchenweise über die Speiseröhre (Ösophagus) in Richtung Magen befördert. Dabei schützt uns ein Reflex davor, dass ein Teil davon in die Luftröhre gelangt, indem dieser durch den Kehldeckel verschlossen wird.

Das ist auch der Grund, weshalb du auch kopfüber Wasser trinken kannst. 

Du glaubst mir nicht? 

Probiere es aus und verlinke mich sehr gerne in den Sozialen Medien – Instagram & Facebook

ZWEITER SCHRITT: DER MAGEN

Im Magen wird das Käsebrot-Gurken-Gemisch durch die Muskeltätigkeit und Enzyme weiter zerkleinert. Die Magensalzsäure unterstützt den Prozess dabei.

Je größere Stücke wir hinunterschlucken, desto länger benötigt der Magen alles für den Dünndarm vorzubereiten.

DRITTER SCHRITT: DER DÜNNDARM

Im Dünndarm findet die Aufnahme (Absorption) der kleinsten Bausteine der Hauptnährstoffe (Kohlenhydrate, Proteine, Fette) und Teile von Vitaminen und Mineralstoffen durch die Darmschleimhaut in das Blut bzw. Lymphe statt.

In unserem Beispiel erhalten wir die Kohlenhydrate aus dem Brot, sowie Proteine und Fette aus dem Käse. Verschiedene Vitamine und Mineralstoffe erhalten wird sowohl durch die Gurke, also auch durch das Käsebrot.

Der Dünndarm ist etwa 3-5 Meter lang und wird dabei in 3 Teile eingeteilt:

  • Duodenum (Zwölffingerdarm)
  • Jejunum (Leerdarm)
  • Ileum (Krummdarm)

Im Duodenum befinden sich die Ausführungsgänge der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und der Galle. Die Bauchspeicheldrüse produziert u.a. Säfte, die den sauren Speisebrei, der gerade vom Magen weitertransportiert wurde, neutralisiert. Dazu kommen noch Enzyme, wie Lipase, Amylase Trypsin und Hormone, wie Insulin, die bei der Verdauung von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten mitwirken. 

Die Gallenflüssigkeit wird in der Leber gebildet und in der Gallenblase gespeichert. Sobald wir etwas fettiges Essen, wird Gallenflüssigkeit freigesetzt, um bei der Fettverdauung mitzuhelfen.

Einfach erklärt, wird mit Hilfe von Säften, Enzymen und Säuren unser Käsebrot-Gurken-Gemisch in seine kleinsten Bausteine zerlegt und kann über die Dünndarmzotten ins Blut aufgenommen werden. Von dort werden die Nährstoffe auf verschiedene Wege zur Leber transportiert, wo sie gespeichert, umgewandelt und wieder abgegeben werden. Die Leber ist nicht nur unser größtes Stoffwechselorgan, sondern auch maßgeblich für die Entgiftung verantwortlich. Dafür braucht es keine teuren Detoxkuren. 😉

Wusstest du, dass durch die Zotten die Oberfläche unseres Dünndarms auf 5-6 m2 vergrößert wird? Das ist etwa so groß, wie ein Handballtor.

Der Dünndarm ist eine bakterienfreie Zone. Sollten doch einmal Bakterien vom Dickdarm hineingelangen, kann es zu Verdauungsproblemen kommen. Man spricht dann von der sogenannten Dünndarmfehlbesiedelung (engl. SIBO).

VIERTER SCHRITT: DER DICKDARM

Im Dickdarm erfolgt die Eindickung des restlichen Speisebreis zu dem, was dann am Ende im Klo landet, dem „Kaga“ mit den Worten meines Neffen ausgedrückt oder schöner dem Kot (Fäzes). Wasser und Elektrolyte werden zuvor noch absorbiert. Unverdauliche Ballaststoffe und unverdaute Nahrungsreste werden mit Hilfe zahlreicher Dickdarmbakterien in Gärungs- und Fäulnisprozessen zersetzt. Das ist auch der Grund, warum es am Klo nicht nach Rosen duftet. 😉

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Quellen:
Fotos & Grafiken ©Diaetologie Eberharter Petra
Biesalski HK et al.: Ernährungsmedizin. Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. 5. Auflage, Thieme Verlag, 2018.
Faller A, Schünke M: Der Körper des Menschen. Einführung in Bau und Funktion. 15. Auflage, Thieme Verlag, 2008.
Silbernagl S, Despopoulos A: Taschenatlas Physiologie. 7. Auflage, Thieme Verlag, 2007.

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