Wie achtsames Essen deinen Darm beeinflusst

Tschüss schlechtes Gewissen: Wie achtsames Essen deinen Darm beeinflusst

Schon allein der Gedanke an ein Essen im Restaurant machte Manuela nervös. Diese Gedanken wirkten sich auch auf Ihren Darm und die Verdauung aus – plötzlicher Stuhldrang nach 30-60 min nach dem Essen (Darmerkrankungen medizinisch ausgeschlossen).

„Ich habe jetzt das Gefühl, ich kann es beeinflussen und nicht mehr es beeinflusst mich!“
(Manuela, nach dem 8-wöchigen Darmgesundheit Onlinekurs)


Im Zuge des ganzheitlichen Darmgesundheit Onlinekurs lernte Manuela hilfreiche Übungen kennen, um solche Situationen bewusst, entspannt und genussvoll erleben zu können.

Lies weiter und erfahre, wie auch du deinen Darm und dein Wohlbefinden durch ein achtsames Essen beeinflussen kannst und sage:
Tschüss schlechtes Gewissen!

Achtsamkeit – Was bedeutet das?

Auf zahlreichen Blogs und Social Media Kanälen liest man vom achtsamen und intuitiven essen, dabei ist Achtsamkeit selbst keine neue Erfindung, sondern ursprünglich Teil der buddhistischen Lehre. Danach bedeutet achtsam sein, den gegenwärtigen Moment bewusst zu erleben, ohne ihn zu bewerten oder zu verurteilen. Diese Fähigkeit kann jeder von uns, wie einen Muskel trainieren.

Vorteile der Achtsamkeit beim Essen

Über kurz oder lang wird sich durch das Üben im achtsam sein auch das Essverhalten ändern. Achtsames Essen hat dabei viele Effekte:

  • Tschüss schlechtes Gewissen – Die Freude beim Essen und der Genusswert steigt.
  • Wir holen uns die Entscheidungsfreiheit zurück:
    • Möchte ich noch einen Nachschlag oder bin ich schon satt?
    • Brauche ich die Kekse oder eigentlich etwas anderes: Trost, Unterhaltung?

Gestalten wir die Jahreszeit bewusst, entspannt und genussvoll. Meinen Tipp, wie du deinen persönlichen „Achtsamkeits-Muskel“ stärken kannst, verrate ich dir weiter unten. Zuvor möchte ich dir noch den Grund erklären, wie sich ein (un)achtsames Essen auch auf deinen Darm auswirken kann.

Darmbeschwerden: Der Grund warum dein Körper so reagiert

Die Ungewissheit, ob das Essen vor Ort gut vertragen wird oder dann doch zu Bauchschmerzen, Übelkeit oder sogar Durchfall führt, ist groß. Viele meiner Patient*innen bemerken schon Darmbeschwerden, wenn sie nur daran denken außer Haus zu gehen – wie Manuela.

Ich möchte hier klipp und klar festhalten, wenn es dir genau so geht:
Du bildest dir deine Beschwerden nicht ein!

Der Zusammenhang wird als „Darm-Hirn-Achse“ bezeichnet. Das Darmmikrobiom kommuniziert mit dem Gehirn über drei Hauptwege:

  • dem neuralen Weg: Vagusnerv, Darmnervensystem
  • dem Immunweg: Zytokine
  • dem endokrinen Weg: HPA-Achse, Darmhormone

Wie genau die Kommunikation funktioniert, wird intensiv erforscht. Erste Erkenntnisse zeigen, dass die Darm-Hirn-Achse eine Rolle für unsere psychische Gesundheit spielt. Das ist auch meine Erfahrung aus der diaetologischen Praxis.

Wie (un)achtsames Essen deinen Darm beeinflusst

In Stresssituationen wird das parasympathische Nervensystem heruntergefahren und die Darmtätigkeit nimmt ab. Jetzt übernimmt der Sympathikus die Regie und sorgt dafür, dass wir aus der Kampf- oder Fluchtsituation heil herauskommen. 

Also wenn du genüsslich ein Honigbrot im Wald isst, entspannt dich dein Parasympathikus. Aber nur so lange bis ein Bär den Honig für sich beanspruchen will. Es handelt sich dabei leider nicht um den freundlichen Winnie Puuh, also setzt dein sympathisches Nervensystem alle Zeichen auf Flucht.

Das könnte auch der Grund sein, dass manche Menschen (vielleicht auch du) bei Stress, Hektik im Alltag an einem trägen Darm leiden. Oder so wie Manuela in nervösen Situationen mit plötzlichem Stuhldrang und Durchfall reagieren.

Du siehst, die Verbindung zwischen Darm und Gehirn ist wirklich komplex.

Tipp: So stärkst du deinen „Achtsamkeits-Muskel“

„Essen ist mehr als reine Kalorienaufnahme!“

Beim achtsamen Essen wird die Aufmerksamkeit bewusst auf das Essen selbst gelenkt. Dabei haben Kalorienzählen und Lebensmittelpunkte nichts verloren. Im Fokus steht das bewusste Erleben des Essens, das „Wie“:

  • Wie schmeckt mir das Essen?
  • Wie sieht mein Essen aus?
  • Welche Konsistenz hat mein Essen?
  • Wann stellt sich mein Sättigungsgefühl ein?
  • Was empfinde ich beim Essen?
  • Welche Gedanken kommen auf?

Stellen wir uns diese Fragen, essen wir meistens automatisch langsamer, da das Essen viel intensiver und bewusster wahrgenommen wird. Dadurch lernen wir unsere eigenen Körpersignale noch besser kennen.

Hilfe zur Selbsthilfe

Spüre und reflektiere deine aktuelle Situation mit Hilfe von meiner vorgefertigten Checkliste. Lade dir gleich die Checkliste mit Achtsamkeitsübung um €0,00 herunter:

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Mein persönlicher Zusatztipp – Nimm den Druck raus!

Achtsames Essen in seinen Alltag zu integrieren ist ein Prozess. Es ist komplett normal, dass es uns nicht bei jeder Mahlzeit oder in jeder Situation gelingt, achtsam und bewusst zu essen. Doch selbst diese neutrale Beobachtung, dass es aktuell nicht klappt, ist bereits eine achtsame Handlung und Teil des Prozesses.

Bist du bereit deinen Veränderungsprozess jetzt zu starten und langfristig deine (Darm-)Gesundheit achtsam und nachhaltig zu stärken?

Quellen:
AOK Gesundheitsmagazin: Achtsam und genussvoll essen in der Weihnachtszeit – so geht’s [Internet] https://www.aok.de/pk/magazin/wohlbefinden/achtsamkeit/achtsam-essen-7-tipps-fuer-die-weihnachtszeit/ (Stand 21.10.2022)
Bundeszentrum für Ernährung: Achtsam essen – Haltung oder Methode? [Internet] https://www.bzfe.de/ernaehrung/ernaehrungsberatung/beratungspraxis/achtsam-essen-haltung-oder-methode/ (Stand 21.10.2022)
Mayer EA, Tillisch K, Gupta A. Gut/brain axis and the microbiota. J Clin Invest. 2015;125:926–38.

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